Online-Gottesdienst: Gemeinschaft durch digitale Erlebnisse

Kirche bedeutet Gemeinschaft. In Gemeinschaft feiert man die Messe. In Zeiten, in denen „Social Distancing“ gefordert wird, ist das nicht immer so einfach. Die Diözese Innsbruck macht es vor und lud über YouTube interessierte Personen ein, an gemeinsamen Andachten und Abendmahlen teilzunehmen. Wir zeigen dir, wie der digitale Kirchgang aussehen kann.
Inhaltsverzeichnis

Das religiöse Leben auch während der aktuellen Gesundheitskrise aufrechtzuerhalten, ist für viele systemrelevant. Schließlich ist die Ausübung von Religion, Kirchgänge, Verkündungen oder biblischer Gesang für einen großen Teil der Bevölkerung in Österreich wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Aber wieviele Gläubige gibt es in Österreich überhaupt?

 

Ende 2019 waren es knapp fünf Millionen katholische Christen und 285.128 evangelische Christen (diese Zahlen stammen aus 2018). Weiters noch 775.000 (2018) orthodoxe Christen und mehr als 8.1120 Juden. Insgesamt 30.000 (2016) Buddhisten, 11.000 Hindus (2015) und 60.000 Aleviten (2012) sowie 700.000 Muslime (2016) zur Studie.

 

Die Zahlen zeigen wie vielfältig die Religionsgemeinschaften hierzulande sind. Gläubige Menschen – egal welcher Religion sie angehören – haben eines gemeinsam: Die Gemeinschaft, das Zusammenkommen. Das gemeinsame Beten und Singen fördern das Zusammenleben. Die Corona-Krise hat mit den Abstandsregeln und den Einschränkungen für Veranstaltungen auch Auswirkungen auf die Glaubensgemeinschaften.

Gemeinsam durch die Krise

Es steckt schon im Begriff: Glaubensgemeinschaft. Also die gemeinschaftliche Ausübung einer Religion.

 

Einer Studie zufolge fördern Religionsgemeinschaften das zivilgesellschaftliche Leben. Denn viele verschiedene Religionen würden Werte wie soziales Engagement und Toleranz predigen. Man hat zum Beispiel mehr Vertrauen in Mitmenschen oder Mitglieder anderer Religionen. Ein entgegengesetzter Effekt dürfte dann entstehen, sobald Parallelgesellschaften gebildet würden.

 

Besonders positiv laut dieser Studie ist auch der Umstand, dass durch die Teilnahme an einer Religionsgemeinschaft bestimmte (Sozial-)Kompetenzen erlernt werden, welche wiederum die Teilhabe in einer Gesellschaft positiv beeinflussen können, wie zum Beispiel Solidarität, Vergebung und kulturelle Aufgeschlossenheit.

 

Im Frühjahr 2020 gab es in Österreich einen harten Lockdown, wo zunächst auch Kirchen geschlossen wurden. Danach folgte ein langsames Zurückkehren in die „Normalität“, kleine Veranstaltungen waren wieder möglich – jedoch alles immer mit Abstand.  Das zentrale Konzept „Social Distancing“ blieb aber in den Köpfen bestehen.

Distanced Church

Verschiedene Personen, Kollektive und Vereine legten das „Social Distancing“ für sich ganz individuell aus. Auch die katholische oder evangelische Kirche beteiligten sich an kreativen Ideen, hielten Messen im Freien ab oder überlegte sich Aktionen. Das Problem: Kirchliche Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen – wie in Kirchen – gleichen oftmals Großveranstaltungen. Vor allem das gemeinsame Singen kann durch das Ausstoßen von Aerosolen zu einer besonderen Gefahr werden.

 

Um dieses Risiko zu minimieren, haben es Glaubensgemeinschaften dem Kultur- und Sportbereich gleichgetan und auf digitale Lösungen umgestellt. Social Distancing stand bald nicht mehr nur im Privaten auf der täglichen Agenda, sondern hat sich auf die verschiedensten Lebensbereiche ausgewirkt. Die österreichische DJ- und Clubszene hat das Social DisDANCING für sich neu erfunden, um für ihre Crowd weiterhin Sets bieten zu können. Auch der Literaturbereich ist rasch auf digitale Streaming-Lösungen umgestiegen.

 

Durch Corona wurde einer der ältesten Bereiche – Religion und Glaube – digitalisiert. Aus dem traditionellen Kirchgang am Sonntag wurde ein kirchliches Zusammenkommen über Streaming-Angebote. Gerade für Menschen wichtig, die an Messen zwar teilnehmen möchten, aber aufgrund der Angst vor Ansteckung sich nicht selbst in einen geschlossenen Raum mit anderen Menschen setzen möchten.

Große Nachfrage nach digitalem Kirchgang

Nachdem in Deutschland mehrere Kirchen auf Online-Gottesdienste umgestellt haben, wurden in einer von den Landeskirchen Baden und Württemberg initiierten Online-Befragung, der sich die Landeskirchen Hannover, Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche im Rheinland anschlossen, von Mai bis Juli 2020 knapp 5.000 Menschen zu den neuen digitalen Angeboten befragt.

 

So gaben 65,4 Prozent an, auch nach Corona, weiterhin an Online-Gottesdiensten teilzunehmen. Besonders die Gruppe der 41 bis 60-Jährigen möchte weiterhin auf dieses Format setzen. Die Studie zeigt deutlich, dass Digitalisierung und Transformation auch hier nicht mehr wegzudenken sind.

 

Die Mehrheit der befragten Personen bevorzugten allerdings Livestreaming gegenüber bereits vorproduzierten Formaten. Über 61,5 Prozent würden sich dabei auch einen „sakralen Kirchraum“ wünschen. Eine Messe direkt aus dem Wohnzimmer des Pfarrers konnte man sich demnach nicht vorstellen. Ziel der Studie war es, vor allem den Gemeinden einen Einblick zu geben, welche Formate unter den Formaten gut angekommen sind. Weiter zur Studie

Und Österreich?

Eines ist klar und das zieht sich wohl über all unsere Lebensbereiche: Corona hat der Welt zu einem Digitalisierungsschub verholfen.

 

75 Prozent der befragten Personen gaben an, dass sie digitale Formate auch nach der Krise nutzen wollen – jedoch solle man künftig vermehrt mit hybriden Angeboten rechnen. Auch Online-Kommunikation ist nicht mehr wegzudenken. Digitale Ankündigungsformate über Facebook & Co kamen dabei besonders gut weg.

Digitales Abendmahl

Streaming-Formate und Videokonferenzen sind bereits gelernt und wurden von sehr vielen Menschen bereits in den eigenen Alltag integriert. Wie kann man sich das aber in der Kirche vorstellen? Wie sieht der digitale Kirchgang überhaupt aus? Und besteht eine Nachfrage?

 

In der sogenannten „distanced church“ steht Nähe im Vordergrund. Während man in großen Kirchen oft den Nachteil hat, weiter hinten sitzen zu müssen und gleichzeitig weniger vom Geschehen mitbekommt, bewirken Livestreams eine völlig neue Nähe.

 

Denn die installierten Kameras können nah an den oder die PfarrerIn, Rabbi oder Imam heranzoomen. Natürlich könnte man nun meinen, dass der gemeinschaftliche Umgang fehlen würde, jedoch können Teilnehmerinnen und Teilnehmer in eigenen Chats oder Foren miteinander in Kontakt treten, wie beispielsweise über einen YouTube-Chat.

Best Case: Diözese Innsbruck

Die Erzdiözese Innsbruck zeigt vor, wie es geht. Die Diözese streamte im Dezember 2020 unzählige Messen über YouTube und wird dies auch noch beibehalten.

 

Das Besondere daran ist, dass das Streaming die Reichweite der Gottesdienste zu einer beispiellosen Steigerung verholfen haben. Von einem Nachfrage-Boom konnte auch in Deutschland gesprochen werden: Digitale Verkündigungsformate der vier Landeskirchen erzielten eine Reichweite von 6.548.279. Mit der durchschnittlichen Gottesdienstbesucherzahl ist das ein Zuwachs von 287 Prozent.

 

In Tirol waren beim ersten Stream über 250 aktive Zuseher anwesend. Die meisten Videos auf YouTube und Facebook hatten bereits am 4. Dezember 2020 (Start war am 30. November 2020) jeweils über 1.500 Aufrufe. Das zeigt, wie wichtig die Kirche auch in Krisenzeiten für die Österreicherinnen und Österreicher ist.

 

Durch die Digitalisierung von Messen und kirchlichen Angeboten wird Menschen nicht nur durch eine schwierige Zeit geholfen, sondern auch vielmehr die Reichweite dieser erhöht. Die Videos können auch nach dem Live-Stream später noch jederzeit abgerufen werden und so nachträglich nachgesehen werden.

 

Zusätzlich konnte auch die Facebook-Seite der Diözese ein Wachstum von über 20 Prozent erfahren. Die vielen Zuseher, positiven Rückmeldungen auf YouTube als auch auf Facebook in den Kommentaren zeigen, welche Dringlichkeit besteht, die Kirche zu digitalisieren. Die bereitgestellten Video-Streams von topdestination.tv boten den Menschen wieder die Möglichkeit sich digital am kirchlichen Alltag zu beteiligen.

Wie wird es mit den digitalen Verkündigungsformaten aber weitergehen?

Was wird nach Corona geschehen? Wird alles wieder in den bekannten Bahnen verlaufen und wird die Bevölkerung wieder in das prädigitale Leben zurückkehren?

 

Das hat sich auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam mit den zuvor erwähnten deutschen Landeskirchen gefragt. In der Umfrage wurden auch Gemeinden danach befragt, wie es denn nach Corona weiterginge. Ob sie diese digitalen Formate weiterhin anbieten würden.

 

Mittlerweile haben unzählige Gemeinden auf der ganzen Welt Altbekanntes neu entdeckt und digitale Lösungen erschaffen. Dabei gaben 75 Prozent der Befragten an, dass digitale oder live gestreamte Gottesdienste auch weiterhin hohe Relevanz für sie haben werden. Zumal auch noch niemand sagen kann, wie lange Corona denn nun noch dauere. Viele Experten prognostizieren, dass es künftig eher ein Zusammenspiel von digitalen und analogen Erlebnissen geben wird.

Sieht die Weihnachtsmette im Jahr 2020 anders aus?
Digitalisierung der Weihnachtsmesse der Diözese Innsbruck

Trotz der neuen gesetzlichen Regelungen wird das Weihnachtsfest für viele heuer anders aussehen. Noch kann man nicht absehen, ob die beliebten Krippenspiele vielleicht in einer anderen Form stattfinden werden. Für viele Risikogruppen ist es einfach auch eine Gefahr, sich in die Kirche – trotz Mundschutz – zu begeben.

 

Ganz darauf verzichten, muss man aber auch nicht. Denn durch digitale Angebote, wie jene der Diözese Innsbruck, wird soziale Nähe durch digitale Verbundenheit geschaffen.

Wenn aus der Kirche ins Wohnzimmer gestreamt wird…

Waren es früher Pioniere, die sich auf den Weg in die Digitalisierung gemacht haben, hat der Digitalisierungsschub durch Corona völlig neue Perspektiven geschaffen. Künftig braucht es eine neue Logik und ein gut durchdachtes Zusammenspiel von digitalen und analogen Erlebnissen.

 

Was für eine einfache, professionelle und zuverlässige Umsetzung spricht, ist allerding der Support von professionellen Videostreaming-Anbietern. Dadurch können Inhalt und technische Details sichergestellt werden. Sieht man sich die weltweite Nutzung von Streaming-Portalen an, wird sich auch die Kirche darauf einstellen müssen, dass „Messen on demand“ zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen werden.

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